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Was ist ein Service Level Agreement? Definition, Inhalte und Beispiele

Aktualisiert am

Jana Sauer

Ein unangenehmes Szenario, das viele SaaS-Anbieter kennen: Dein Service stand einige Stunden lang nicht zur Verfügung. Laut Kundenvertrag muss eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent gegeben sein – und die ist mit diesem Ausfall nicht mehr zu halten. Ohne ein klar definiertes Service Level Agreement (kurz SLA) kommen in dieser Situation einige Fragen auf: Was war genau vereinbart? Wer haftet? Ab wann gilt ein Ausfall als Vertragsbruch?

Mit einem sauber formulierten SLA stellen sich diese Fragen gar nicht erst. Sowohl du als auch deine Kunden wissen von Anfang an, welche Leistung erwartet wird, wie sie gemessen wird und was passiert, wenn sie nicht erreicht wird. Genau darum geht es in diesem Beitrag: was ein Service Level Agreement ist, welche Bestandteile es braucht und wie du seine Einhaltung in der Praxis technisch absicherst.

Übersicht:

  • Service Level Agreements (SLA) sichern Kunden eine vertraglich festgelegte Leistung mit festgelegter Qualität zu.

  • SLAs sind wichtig, weil sie explizit festlegen, was ein Kunde von deinem Service erwarten kann – und was nicht.

  • Ein Service Level Agreement enthält meist eine Leistungsbeschreibung, SLI und SLO, Lösungszeiten und Eskalationswege sowie Konsequenzen, wenn die versprochenen Leistungen nicht eingehalten werden.

  • OLAs regeln im Gegensatz zu SLAs interne Vereinbarungen.

  • Die Leistung lässt sich über Key Performance Indicators (KPIs) darstellen, wobei diese meist nicht vertraglich festgelegt sind.

  • Monitoring ist ein essenzieller Bestandteil der Einhaltung von SLAs. Ohne die Überwachung von Diensten sowie die Alarmierung bei Störungen können SLAs in der Regel nicht eingehalten werden.

Was ist ein Service Level Agreement?

Ein Service Level Agreement ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen einem Dienstleister und seinem Kunden, die festlegt, welche Leistung in welcher Qualität erbracht wird. Es definiert messbare Kennzahlen wie etwa Verfügbarkeit, Reaktionszeit oder Lösungszeit und beschreibt, was passiert, wenn diese Werte unterschritten werden. Anders als ein allgemeiner Vertrag geht es im SLA nicht darum, was geliefert wird, sondern wie gut und wie zuverlässig.

Warum Service Level Agreements wichtig sind

Ohne SLA verlässt sich jeder Anbieter auf seine eigene Vorstellung von gutem Service. Ein Kunde mag eine Antwort innerhalb einer Stunde erwarten, während intern zwei Werktage als normal gelten. Ein SLA macht diese Erwartung explizit, bevor sie zu Reibungen führen kann.

Ein Service Level Agreement entscheidet auch über die Priorisierung im Ernstfall. Wenn um drei Uhr nachts mehrere Systeme gleichzeitig ausfallen, legt das SLA fest, welcher Kunde oder welches System zuerst bedient werden muss – nicht das Bauchgefühl oder die Lautstärke der Beschwerde. Teams mit klaren Schweregrad-Definitionen kommen so schneller zu einer sauberen Priorisierung als Teams, die das erst mitten im Incident diskutieren.

Rechtlich ist das SLA im Streitfall die Referenz. Wurden 99,9 Prozent oder 99,5 Prozent vereinbart? Wer zahlt die Konventionalstrafe? Ohne schriftliche Vereinbarung bleibt das Verhandlungssache – mit SLA ist es nachlesbar.

Außerdem zwingt ein SLA zur internen Absprache, bevor Kunden etwas versprochen wird. Support, Engineering und On-Call-Team müssen sich einig sein, was realistisch ist. Andernfalls unterschreibt der Vertrieb Zusagen, die das Produkt gar nicht halten kann.

Was gehört in ein Service Level Agreement?

Ein SLA besteht zwar nicht aus vielen Bausteinen, dafür sind diese aber besonders wichtig. Fehlt ein Baustein, bleibt Interpretationsspielraum, der im Streitfall zulasten des Dienstleisters ausgelegt werden kann.

Leistungsbeschreibung

Hiermit wird definiert, was genau abgedeckt ist. Anstatt der Software im Allgemeinen kann beispielsweise die Verfügbarkeit der Kern-API angegeben werden. Je präziser der Geltungsbereich ist, desto weniger Raum bleibt für Interpretation im Streitfall.

SLIs und SLOs

Konkrete Zahlen werden in Service Level Indicators (SLI) und Service Level Objectives (SLO) – also in Kennzahlen und in Zielwerten – angegeben. Verfügbarkeit ist die häufigste Kennzahl:

  • 99,9 Prozent = max. rund 44 Minuten Downtime pro Monat

  • 99,95 Prozent = max. rund 22 Minuten Downtime pro Monat

  • 99,99 Prozent = max. rund 4 Minuten Downtime pro Monat

Je höher die Zusage, desto teurer wird in der Regel die dahinterliegende Infrastruktur. Ein SLA ist deshalb auch eine Preisentscheidung.

Reaktions- und Lösungszeiten nach Schweregrad

Nicht jeder Incident ist gleich kritisch. Ein SLA definiert meist verschiedene Schweregrade mit jeweils eigenen Fristen. Ein grober Richtwert bei kritischen Vorfällen sind 15 Minuten Reaktionszeit, bei kleineren Problemen werden meist einige Stunden angesetzt. Metriken wie die Detektionszeit (MTTD), Reaktionszeit (MTTA) und Lösungszeit (MTTR) können automatisch erfasst werden und unterstützen so Teams dabei, ihre Ziele einzuhalten und sich zu verbessern. Einen Blogbeitrag zu Incident-Metriken findest du hier.

Eskalationswege

Ein gut formuliertes SLA legt fest, wer als Nächstes informiert wird, wenn keine Reaktion erfolgt. Intern kann dies etwa die Teamleitung sein, extern der vereinbarte Ansprechpartner beim Kunden.

Konsequenzen bei Nichteinhaltung

Service Credits, Rabatte oder außerordentliche Kündigungsrechte können bei nicht eingehaltenem SLA festgelegt werden. Die Konsequenz sollte hierbei immer im Verhältnis zum Schaden stehen. Ein SLA, dessen Strafen nie greifen, ist ebenso sinnlos wie eines mit unproportionalen Konsequenzen.

SLA, OLA und KPI sind nicht dasselbe

Diese drei Begriffe werden häufig durcheinandergeworfen. Hier ist eine kurze Übersicht:

  • Service Level Agreement (SLA): regelt die Vereinbarung zwischen Dienstleister und Kunde

  • Operational Level Agreement (OLA): regelt dieselbe Art von Zusage zwischen internen Teams

  • Key Performance Indicator (KPI): allgemeine Kennzahl zur Leistungsmessung, die nicht zwingend vertraglich vereinbart oder mit Konsequenzen verknüpft ist

Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich: Verspricht der Support-Anbieter dem Kunden eine Reaktionszeit von einer Stunde im SLA, braucht das interne Infrastruktur-Team ein OLA, das die Behebung technischer Probleme innerhalb von 30 Minuten zusichert. Sonst kann das Support-Team sein Versprechen gegenüber dem Kunden gar nicht einhalten.

SLA-Beispiele aus der Praxis

Bei SaaS-Anbietern ist die Verfügbarkeit der Software meist zentral für ein SLA. Man findet SLAs häufig gestaffelt nach Plan, etwa 99,9 Prozent im Standard-Tarif und 99,99 Prozent im Enterprise-Tarif gegen Aufpreis. Bei Managed-Service-Providern zählt dagegen weniger die Verfügbarkeit selbst als die Reaktionszeit auf gemeldete Probleme, da sie meist fremde Infrastruktur betreuen, die sie nicht vollständig kontrollieren.

In regulierten Branchen wie Gesundheitswesen oder Finanzdienstleistungen sind SLAs häufig strenger und mit kürzeren Eskalationsfristen versehen, weil Ausfälle dort nicht nur wirtschaftliche, sondern auch rechtliche oder sicherheitsrelevante Folgen haben können.

Wie du SLA-Einhaltung technisch absicherst

Ein SLA auf Papier bringt nichts, wenn nicht dokumentiert werden kann, ob es eingehalten wird. In der Praxis braucht es drei Bausteine: durchgehende Überwachung der zugesicherten Kennzahlen, automatische Alarmierung bei drohender Verletzung und transparente Kommunikation gegenüber Kunden, sobald etwas schiefläuft.

Uptime-Monitoring prüft in festen Intervallen, ob ein Dienst erreichbar ist, und schlägt Alarm, bevor aus einer kurzen Störung eine Gefahr für ein SLA wird. Unsere Monitore schlagen sofort Alarm, wenn ein Dienst nicht erreichbar ist. So kannst du umgehend reagieren und das SLA einhalten. Außerdem werden alle Ausfälle und Auffälligkeiten dokumentiert und – wenn gewünscht – automatisiert in Incidents umgewandelt. So sieht eine Übersicht über die Verfügbarkeit deiner Dienste bei Incidite aus:

Incidite SLA management

Statusseiten übernehmen den kommunikativen Teil mit Kunden. Wenn Kunden selbst nachsehen können, ob ein Ausfall bekannt ist und woran gearbeitet wird, rufen sie seltener den Support an. Das entlastet das Team genau dann, wenn es am wichtigsten ist. Mit dem Status-Widget von Incidite können Kunden den Status deiner Dienste zudem direkt auf deiner Website einsehen.

Genau diese Kombination aus Uptime-Monitoring, automatischer Incident-Erstellung und Statusseiten deckt Incidite in einer Plattform ab, statt sie über drei separate Tools zu verteilen. Der Free-Plan reicht für zwei Monitore und eine öffentliche Statusseite, der Basic-Plan (ab 16 €/Monat im Jahresabo) erweitert das auf fünf Monitore und zwei Statusseiten inklusive Kollaborationsfunktionen fürs Team, mit denen mehrere Personen gemeinsam an einem Incident arbeiten, statt einzeln E-Mails hin- und herzuschicken.

Ein Service Level Agreement ist nur so viel wert wie die Fähigkeit, es einzuhalten und nachzuweisen. Die Definition auf dem Papier ist der einfache Teil. Die kontinuierliche Überwachung und die schnelle Reaktion im Ernstfall entscheiden, ob am Ende ein zufriedener Kunde oder eine Konventionalstrafe steht.

Wenn du wissen willst, wie ein einzelner Vorfall im Detail koordiniert wird, sobald das SLA auf dem Spiel steht, lies unseren Beitrag zu Incident Management.


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FAQ Service Level Agreement

Ist ein SLA rechtlich bindend?

Was ist der Unterschied zwischen einem SLA und dem Hauptvertrag?

Danke fürs Lesen!

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